Textwerk Loges
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Susanne I

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Der Vater ging danach nicht mehr über die Grenze. Nicht mehr in Richtung Frankreich. Das war das Einzige, was er dazu sagte. Nur einmal ergänzte er, dass er in der Nähe der Loire gewesen sei. Vier Jahre Gefangenschaft nach kurzer Kriegszeit. Der Krieg. Siebzehn war er und krank sei er geworden. Diphterie habe er bekommen. Das war ein Glück, sagte er. So entkam er dem Töten.

Später würde er die politische Mitte suchen. Er fürchtete sich davor, dass die Demokratie verloren gehen könnte, wie damals. Nie wieder Krieg, das war ihm wichtig. Und nie wieder nach Frankreich. Die Grenze war nicht fern. Er fand eine Frau. Sie war eine Heimatvertriebene. Seine Tochter Susanne würde auf dem Gymnasium Latein statt Französisch wählen.

Susanne II

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Lehrerin wollte sie werden. Sonderpädagogin. Zum Studieren verließ sie die Enge. Diese Enge der Heimat, die die Eltern nicht mehr verlassen wollten, die etwas mit Geborgenheit zu tun hatte. Endlich frei. Freiheit für alle. Auch für die, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen. Politik wird gemacht, Politik muss man selbst machen. Betreiben. Aktiv sein. Zum bestandenen Examen bekam sie einen Brief vom Ministerium. Sie wurde einbestellt. Ob es stimme, dass sie Mitglied der DKP sei. Ihr ausbleibendes Nein gab ihnen eine Antwort. Die Antwort bedeutete, dass sie das Referendariat nicht antreten durfte. Auch die GEW wollte nicht dagegen klagen. Man bedaure.

Gammertinger Schreibwerkstatt

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Die Schreibwerkstatt für Erwachsene (ab 16) wendet sich an alle, die erlebte oder erfundene Geschichten, Gedanken und Erlebnisse in Worte fassen wollen. Jeder trägt einen „Erzähl-Schatz“ in sich, den er in der passenden Umgebung und unter Anleitung heben kann. Wir gehen zunächst spielerisch-kreativ an das Schreiben heran. Mit Hilfe von Schreibimpulsen wird das Gedachte nach außen getragen, aufs Blatt gebannt und geformt. Gleichzeitig wird das Rüst- und Handwerkszeug zum literarischen Schreiben erprobt und verfeinert. Jeder Teilnehmer sollte seine Texte sammeln und im Laufe der Zeit wird aus leeren Seiten ein eigenes Buch mit kurzen Geschichten oder Gedichten. Die Reflexion in der Runde beflügelt zudem die eigene Produktion.

Schreiberfahrung bei den Teilnehmern wird nicht vorausgesetzt.

Gabriele Loges ist freie Autorin und Bibliothekarin, studierte Germanistik und Philosophie in Tübingen und unterrichtet seit vielen Jahren Kreatives Schreiben.

Veranstalter: Akademie Laucherttal

Leitung: Gabriele Loges

Mitzubringen: Stift und leeres Schreibbuch oder -heft

Termin: Mittwoch, 15. März, 26. April, 10. Mai und 21. Juni 2017, von 17-19 Uhr

Ort: Altes Oberamt 72501 Gammertingen, Hohenzollernstraße 11

Teilnehmer: max. zehn Personen

Anmeldung: www.akademie-laucherttal.de

Literatur-Treff mit Gabriele Loges

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VHS Burladingen 2017

An acht Abenden werden wir auch in diesem Jahr über verschiedene Romane gemeinsam diskutieren. Jeder Leser liest anders und kann seine Sicht den anderen mitteilen. Gemeinsam sieht man mehr, versteht man mehr. Die Figuren der Romane, ihre Geschichten und die Kunst der Darstellung werden im Gespräch beleuchtet. Der Blick beim Lesen von Literatur wird im Laufe der Zeit geschärft.

Es wird darum gebeten, die Bücher vor dem jeweiligen Abend zu lesen. Wir haben acht meist neuere Werke ausgesucht. Mit Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist wählten wir einen Klassiker der deutschen Literatur aus. Es ist ohne weiteres möglich, nur einzelne Abende zu besuchen. Wir wünschen wieder Freude und Anregung beim Lesen.

Benedikt Wells: Vom Ende der Einsamkeit
Dienstag, 7. Februar 2017, 19.30-21.00 Uhr

Mercè Rodoreda: Der Garten über dem Meer
Dienstag, 7. März 2017, 19.30-21.00 Uhr 

Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald
Dienstag, 4. April 2017, 19.30-21.00 Uhr 

Delphine de Vigan: Nach einer wahren Geschichte
Dienstag, 9. Mai 2017, 19.30-21.00 Uhr

Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
Dienstag, 20. Juni 2017, 19.30-21.00 Uhr

Navid Kermani: Sozusagen Paris
Dienstag, 18. Juli 2017, 19.30-21.00 Uhr

Yann Martel: Die hohen Berge Portugals
Dienstag, 19. September 2017, 19.30-21.00 Uhr

Dagmar Leupold: Die Witwen, ein Abenteurerroman
Dienstag, 7. November 2017, 19.30-21.00 Uhr

VHS Burladingen (Am Bahnhof)

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Die Glastür

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Beziehungen

Gabriele Loges in einem Foto von August Sander

Beziehungen zwischen Autor und seinem "Textwerk":

Gabriele Loges "in" einem Foto von August Sander,

Paris, Fondation Cartier-Bresson

Warten auf später, auf dann. Wenn die Blaumeisen den Kleiber wegpicken. Ihn, der kopfüber das (Vogel)Haus verlässt – im Auge der Katze, flugbereit. Doch schon ruft der Eichelhäher: Leere ringsum. Warten auf gestern. Wenn es dunkel wird, ist es Abend.

Sie befinden sich im selben Raum. Sie hat nicht gesehen, wann und durch welche Tür der Mann gekommen ist. Ein Fremder. Er geht auf sie zu. Sie fragt ihn: „Kann ich etwas für Sie tun?“ Er zieht einen Brief aus seiner Anzugsjacke. Ihr flüchtiger Blick. Sie kennt den Brief, hat ihn selbst geschrieben, weiß jetzt, wer er ist. Sie umarmen sich.

"Der Schriftsteller verwandelt Vorstellungen in Worte. Der Leser verwandelt Worte in Vorstellungen. Inwieweit diese und jene Vorstellungen einander ähneln, ist unkontrollierbar."

Erich Kästner

"Wahre Poesie kündet sich dadurch an, daß sie, als ein weltliches Evangelium, durch innere Heiterkeit, durch äußeres Behagen, uns von den irdischen Lasten zu befreien weiß. Wie ein Luftballon hebt sie uns mit dem Ballast, der uns anhängt, in höhere Regionen."

Johann Wolfgang von Goethe

"Wer schreibt, will seine Geschichte erzählen, aber will auch die Geschichte des Lesers sagen."

Urs Widmer

"Gedachtes in Form zu bringen, das ist es. Das Glück, wenn es gelingt."

Grete Weil

"Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

Franz Kafka

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