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Der Bodensee

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Der Bodensee, sagte die Frau, gibt seine Toten nicht mehr frei.

Der Bodensee, ganz nah der Heimat, dem Oberland, dem Land der satten Wiesen und der reichen Bauern. Den Nachbarn hat es getroffen. Er war reich, viel reicher als ihr Vater. Aber es nützte ihm nichts, sagte sie.

Bei der Geburtstagsfeier des einzigen Kindes der Nachbarn geschah das Unglück, das das Glück, nach vielen Jahren des gemeinsamen Wartens einen Sohn bekommen zu haben, zum zwölften Mal feierte. Zwei Freunde, der eine dick, der andere dünn, waren vom Sohn eingeladen worden. Segelst du mit mir und meinen Freunden über den See? Das Segelboot war der Stolz des Vaters, eines Tages würde er das Steuer seinem Sohn übergeben.

Die Sonne stand am Himmel, ein goldener Oktobertag. Passt auf, der Steg ist schmal und das Wasser schon kalt, sagte er zu den dreien. Der Dünne zitterte. Komm, streif dir den Rettungsring über, damit der Wind deine Jacke festhält. Wie schön es war, über den See zu segeln. Wie schnell das Boot kenterte. Der Vater tauchte auf, griff nach seinem Sohn, der dicke Freund ruderte mit den Armen, der dünne Freund hing leblos im Rettungsring. Der Vater spürte, sah, erschrak. Sein Sohn hing tot in seinen Armen. Die Schläge des dickeren Freundes wurden schwächer. Noch ein letzter Blick. Dann löste der Vater seine Arme und reichte dem anderen Kind seine Hand. Gemeinsam schafften sie es mit letzter Kraft ans Ufer.

Nach der Beerdigung des dünnen Freundes verließ die Mutter des Sohnes den Nachbarn. „Nicht einmal beerdigen kann ich ihn, du hast ihn nicht gehalten.“ „Du weißt doch, der See behält seine Toten“, antworte er. Lange nachdem sie vom Hof gegangen war.

Die Heimat raucht

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Die Heimat braucht

Wenn Engel

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Wenn Engel, du weißt schon

Taschenbuch: Paris, Sigmaringen

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Gabi Loges: Paris-Sigmaringen

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Wash Hands

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You must wash your hands before handling politics

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Die Glastür

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Beziehungen

Gabriele Loges in einem Foto von August Sander

Beziehungen zwischen Autor und seinem "Textwerk":

Gabriele Loges "in" einem Foto von August Sander,

Paris, Fondation Cartier-Bresson

Warten auf später, auf dann. Wenn die Blaumeisen den Kleiber wegpicken. Ihn, der kopfüber das (Vogel)Haus verlässt – im Auge der Katze, flugbereit. Doch schon ruft der Eichelhäher: Leere ringsum. Warten auf gestern. Wenn es dunkel wird, ist es Abend.

Sie befinden sich im selben Raum. Sie hat nicht gesehen, wann und durch welche Tür der Mann gekommen ist. Ein Fremder. Er geht auf sie zu. Sie fragt ihn: „Kann ich etwas für Sie tun?“ Er zieht einen Brief aus seiner Anzugsjacke. Ihr flüchtiger Blick. Sie kennt den Brief, hat ihn selbst geschrieben, weiß jetzt, wer er ist. Sie umarmen sich.

"Der Schriftsteller verwandelt Vorstellungen in Worte. Der Leser verwandelt Worte in Vorstellungen. Inwieweit diese und jene Vorstellungen einander ähneln, ist unkontrollierbar."

Erich Kästner

"Wahre Poesie kündet sich dadurch an, daß sie, als ein weltliches Evangelium, durch innere Heiterkeit, durch äußeres Behagen, uns von den irdischen Lasten zu befreien weiß. Wie ein Luftballon hebt sie uns mit dem Ballast, der uns anhängt, in höhere Regionen."

Johann Wolfgang von Goethe

"Wer schreibt, will seine Geschichte erzählen, aber will auch die Geschichte des Lesers sagen."

Urs Widmer

"Gedachtes in Form zu bringen, das ist es. Das Glück, wenn es gelingt."

Grete Weil

"Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

Franz Kafka

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